#EVENT-MANAGEMENT GOES URBAN DEVELOPMENT

10 Thesen zur erlebnisorientierten Stadtentwicklung


#1

Die Location spielt im Eventbusiness hinsichtlich ihrer emotionalen Wirkung auf die Besucher eine ganz entscheidende Rolle. Deshalb bevorzugen innovative Eventprofis – je nach Zielgruppe – oftmals bewusst unkonventionelle, untypische Orte oder Räume. Nach diesem Prinzip wählen oder gestalten verstärkt auch andere Branchen und Bürger individuell ihre Gesellschafts-, Arbeits- oder Wohnräume.

#2

Generell wird der öffentliche Raum immer mehr als multifunktionale Aktionsfläche und Bühne mit unterschiedlichsten Erlebnisangeboten bespielt. Leerstände werden für Kunst-Projekte, Pop-up-Stores oder sonstige aktuelle Themen temporär genutzt; fliegende Bauten oder spezielle Erlebnisarchitekturen im gesellschaftlichen Kontext platziert und so dadurch Entwicklungs-/Planungsprozesse beeinflusst.

#3

Kommunale Entscheidungsträger und/oder die Immobilienwirtschaft haben mancherorts erkannt, dass durch erlebnisorientierte Nutzungen Gebäude und Quartiere attraktiver gestaltet, besser vermarktet oder eine Revitalisierung von Brachflächen angestoßen, ja oft sogar erst möglich werden kann.

#4

Die gesellschaftlichen Veränderungen erfordern insgesamt neue Denkansätze und Lösungen für die Gestaltung des Zusammenlebens. Ein zunehmendes Verschwimmen der räumlichen Grenzen zwischen Wohnung, Arbeitsplatz, Work-out, Kultur, Gastronomie, Handel u. v. m. beansprucht völlig neue Gebäudetypologien mit vielfältigen, variablen und damit nachhaltig attraktiven Nutzungsmöglichkeiten.

#5

Eine Nachverdichtung von Stadtzentren zur Schaffung von dringend benötigtem Wohnraum kann nur gelingen, wenn die Lebensqualitäten darunter nicht leiden und Interessenskonflikte vermieden werden. Wichtig sind Freiräume für Kultur, sportliche Aktivitäten, sowohl Ruhezonen als auch gesellschaftliche Hotspots in Form intelligenter Spielflächen – für Familien mit Kindern genauso wie für Senioren.

#6

Aufgrund der interkulturellen und sozialen Herausforderungen werden öffentliche Mittel für freiwillige, meist defizitäre Leistungen, wie zum Beispiel Einrichtungen für Sport, Kunst und Kultur zukünftig noch knapper werden als sie vielerorts schon sind. Dies macht die Entwicklung alternativer, integrativer Lösungen zwingend erforderlich. Diese können inhaltlich wie räumlich vielleicht ganz anders aussehen als gewohnt und müssen aber deshalb nicht weniger attraktiv sein. Im Gegenteil!

#7

Nachhaltige Infrastrukturen und Gebäude im kommunalen Umfeld benötigen also nicht nur neue architektonische Qualitäten, sondern auch neue Funktionen, neue Akteure, Nutzer und neue Wege der Finanzierung. Marktorientierte, interdisziplinäre Planungsprozesse werden dadurch unabdingbar.

#8

Die zunehmende Verstädterung liegt daran, dass im ländlichen Raum zu wenig geboten ist. Um dem entgegen zu wirken, genügt aber nicht nur die Bereitstellung günstiger Bau- und Gewerbegebiete mit digitaler Anbindung. Man benötigt flexible Bebauungspläne sowie wettbewerbsfähige Angebote in Handel, Gastronomie, Sport, Freizeit, Kultur, Naherholung, …, kurzum: urbane Gestaltungsperspektiven.

#9

Klassische Moderations- und Beteiligungsprozesse zur kommunalen Entwicklung haben oftmals den Effekt, dass zwar vielleicht gute Ideen gesammelt werden, welche dann aber nicht zielgruppengerecht oder professionell genug umgesetzt werden. Das liegt daran, dass später entweder die Mittel und/oder das fachliche Know-how für die Entwicklung und das Management komplexer Projekte fehlen.

#10

Das Design zukunftsfähiger Städte und Gemeinden muss eine Balance der Interessen ihrer Menschen im Blick haben. Dazu benötigt man einen fachlich und politisch neutralen Standpunkt, die Kenntnis der Anforderungen unterschiedlicher Märkte und Akteure – vor allem jedoch kreative, clevere Konzepte.

 

Als Dokument zum Download:


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